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Neuere Arbeiten
Auf dem Weg von der rechteckigen Begrenztheit wählt Czaplinski häufig windschiefe Gemälde, benutzt Äste als Keilrahmen, die sich nach vorne hin durch die Leinwand drücken. Dadurch bekommen die Bilder
objekthafte Züge. Er entwickelt neue Raumkonzepte.
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Auch in den neueren Bildern tauchen organisch anmutende Formen auf, die von den Elementen unseres Ursprungs, von Erde, Wasser und Feuer künden - ohne das deswegen Flammen, ein Felsen oder ein Fluss
gezeigt werden müssten. In der dichten Schönheit der gedämpften Farbtöne, der Farbkrusten und Verfärbungen werden die phantastischen Auswüchse der Natur sichtbar gemacht, die er bewundert. . Ein weiterer,
auffälliger Unterschied zu seinen früheren Arbeiten ist in dem Versuch zu sehen, die BEWEGUNG zur Imagination werden zu lassen. Die eigentliche Motividee aus dem Zyklus "Wasser" bestand schon recht früh.
Bislang wurde Wasser in seiner ursprünglichen Form abgebildet, mit z.B. Strandgut oder Ästen als sie schon angespült waren, eingewickelt in Tang, nicht immer sofort sichtbar. Nunmehr werden sie im Augenblick des
Anspülens malerisch festgehalten. Mit flirrenden Linien und Farben wird die Bewegung umgesetzt, so dass - ähnlich wie in der Natur - das entdeckende Auge suchen und springen muss, um das Strandgut oder einen Ast im
Wasser zu entdecken.
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Fortsetzung:
In einem anderen Beispiel, und zwar in dem Bild „Unter(Wasser)welt" wird auf das Zusammenspiel von Licht und Farbe eingegangen:
Es ist schwer, in der Natur ein Bild zu malen, dass sich an diesem Ort behaupten kann, da alle Farben der Umgebung in das Werk einwirken. Deshalb ist Frank Czaplinski dazu übergegangen, die
Naturbeobachtung und den Arbeitsvorgang zu trennen. Sein Wunsch ist es, vielmehr ein Werk zu schaffen, dass nicht nur in sich geschlossen wirkt, sondern durch sich selbst auf die Umgebung ausstrahlt. So wurde nach
seinen ersten Tauch- und Schnorchelerfahrungen deutlich, dass die Welt unter Wasser in einem anderen, dem Menschen fremden Lebens- und Lichtraum erscheint. Was ist Stein, Koralle oder Fisch? Frank Czaplinski hat in
diesem großformatigen Werk (ca. 160/200cm) ein Riff, das kurz unter der Wasseroberfläche von der Sonne erstrahlt wird, zum Motiv gewählt. Der rote vulkanische Fels, z.T. über Wasser, der mit seinem Schatten rotes
Licht in die Unterwasserwelt reflektiert, lässt die Lavaflecken unter Wasser wiederum deutlich hervor scheinen. Die Unterwasserwelt bildet sich nicht als blaues, sondern als dunkles und rotes Meer ab. Der
künstlerische Anspruch, nicht nur ein Abbild des Motivs sondern eine eigenständige Ausstrahlung des Werkes zu schaffen, ist in diesem Werk in nahezu vollkommener Weise gelungen.
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